Leuchtkraft

Leuchtturm-Technik

Das Herz eines Leuchtturms sind die optischen Einrichtungen, die sich im Laternenraum befinden. Der Flügger Leuchtturm erfüllt damit für die Schifffahrt eine doppelte Funktion:

Haupt- oder Orientierungsfeuer

Lichtquelle 400 W / HQI-Lampe; das Hauptfeuer sitzt in der Gürtellinse und strahlt in einem Winkelbereich von 295° über das Meer und dient so den Schiffen zur Orientierung bzw. Ortsbestimmung.

Oberfeuer

Lichtquelle 250 W / 24 V Halogenlampe; das Oberfeuer ist ein feststehender Lichtstrahl der Teil einer Richtfeuerlinie für die östliche Ansteuerung des Fehmarnsundes ist. Das Unterfeuer ist der kleine Leuchtturm Struckkamphuk, von Flügge aus gesehen kurz vor der Fehmarnsundbrücke.

Technische Daten des Turms

Stromversorgung durch das öffentliche Netz, Notstromversorgung durch Dieselagregat

Achteckiger, strohbunter Klinkerturm mit rotem Kopf,
gusseiserne Laterne in Verkehrsrot (RAL 3020) beschichtet
Bauwerkshöhe: 37,5 m, 162 Stufen bis zur Aussichtsplattform

Blick auf die Gürtellinse der Leuchtfeuers Flügge
Blick in die Gürtellinse mit ihrer 400 W HQI-Lampe.

Sichtbar über 30 Kilometer

Das Hauptfeuer

In diesem Turm ist es eine Gürtellinse mit einer Höhe von 1189 mm und einer Brennweite von 400 mm. Aufgabe der Linse ist es, das Licht zu bündeln, was in diesem Fall die enorme Tragweite von 17 sm (über 30 km) ermöglicht.

Entdecker dieses Prinzips war der französische Physiker Augustin Jean Fresnel (1788 - 1827).

Als Lichtquelle besaß der Flügger Leuchtturm erst Benzol-, später Gasglühlicht. An dessen Stelle trat 1954 elektrisches Licht. Im Hauptfeuer wurden zunächst Glühfadenlampen verwendet, die im Takt der Kennung an- und ausgingen. Anfang 2000 wurden diese gegen Halogenlampen ausgewechselt, die nun ständig an sind und um die sich in der Linse schwarze Blenden bewegen, die im Takt der Kennung das Licht verdunkeln. In der Gürtellinse befinden sich zwei Leuchtkörper, einer davon dient als Reserve.

Technische Daten des Haupt- oder Orientierungsfeuers

No. Dt.Lfv. 04900
Kennung: Oc (4) 20s - Umlaufblende
(1,5) + 2,5 + (1,5) + 2,5 + (1,5) + 2,5 + (1,5) + 6,5 s
-245° -180°
Tragweite: 17 sm
Feuerhöhe: 38 m

Optik: Gürtellinse, 400 mm Brennweite, 118,9 cm Höhe

Lichtquelle: 400 W/HQI-Lampe

  • No. Dt.Lfv. 04900

    • Nummer des Leuchtfeuers in Deutschland, vergeben durch die Deutsche Leuchtfeuerverwaltung (Dt.Lfv.).

    • Dient zur eindeutigen Identifikation des Leuchtturms in nautischen Karten und Verzeichnissen.

    Kennung Oc (4) 20s - Umlaufblende

    • Oc steht für „Occulting“ (Verdunkelung), also ein Leuchtfeuer, das länger leuchtet als dunkel ist.

    • (4) bedeutet, dass es vier Verdunkelungen (also Unterbrechungen) pro Zyklus gibt.

    • 20s ist die Gesamtdauer eines kompletten Lichtzyklus, also 20 Sekunden.

    • Umlaufblende beschreibt die Technik, wie das Licht ein- und ausgeblendet wird (eine rotierende Blende, die das Licht periodisch abschattet).

    (1,5) + 2,5 + (1,5) + 2,5 + (1,5) + 2,5 + (1,5) + 6,5 s

    • Dies ist die genaue Abfolge der Licht- und Dunkelphasen innerhalb des 20-Sekunden-Zyklus:

      • (1,5) Sekunden Licht

      • 2,5 Sekunden Dunkel

      • (1,5) Licht

      • 2,5 Dunkel

      • (1,5) Licht

      • 2,5 Dunkel

      • (1,5) Licht

      • 6,5 Dunkel

    • Diese genaue Abfolge hilft Seeleuten, den Leuchtturm eindeutig zu erkennen.

    -245° -180°

    • Beschreibt den Sektorwinkel, in dem das Licht sichtbar ist.

    Tragweite 17 sm

    • Die sichtbare Entfernung des Leuchtfeuers beträgt 17 Seemeilen (sm).

    • Das ist die maximale Entfernung, aus der das Licht bei klarer Sicht noch erkannt werden kann.

    Feuerhöhe 38 m

    • Die Höhe des Leuchtfeuers über dem Meeresspiegel beträgt 38 Meter.

    • Diese Höhe beeinflusst die Sichtweite des Lichts über den Horizont.

Orientierungsfeuer mit einer Tragweite von über 46 km

Sichtbar über 46 Kilometer

Das Oberfeuer

Das Oberfeuer ist ein feststehender Lichtstrahl der Teil einer Richtfeuerlinie für die östliche Ansteuerung des Fehmarnsundes ist. Als Unterfeuer dient der kleine Leuchtturm Struckkamphuk, von Flügge aus gesehen kurz vor der Fehmarnsundbrücke.

Richtfeuer zeigen Wasserfahrzeugen ein Fahrwasser an und bestehen in den meisten Fällen aus zwei Leuchtfeuern. Bei uns sind diese Ober- und Unterfeuer so positioniert, dass man von einem Schiff innerhalb des sicheren Fahrwassers im Fehmarnsund beide Leuchtfeuer in Deckpeilung sieht, sie also genau übereinander stehend erscheinen. Die so bezeichnete Kurslinie wird hier als 305°-Richtfeuerlinie bezeichnet.

Technische Daten des Oberfeuers

Richtfeuerlinie: 305°

No. Dt.Lfv. 05141
Kennung: F
Tragweite: 25 sm
Feuerhöhe: 37 m
Optik: Pintsch-Bamag-Doppel-Scheinwerfer
Lichtquelle: 250W/24 V Halogenlampe

Wir bitten um Verständnis, dass der Laternenraum aus Sicherheitsgründen nicht besichtigt werden kann.

Quellen/Stand: Leuchtfeuerverzeichnis Teil 2 - Westl. Ostsee und Ostseezufahrten, BSH Hamburg/Rostock, Jan.2013 + WSA Lübeck, Datenblatt April 2000

Rundum-Erlebnis Leuchtturm Flügge